Kurs 17

2005-2008

Kurs 17 vor dem Eingang der Altenpflegeschule

 

 
Studienfahrt zur Gedenkstätte nach Hadamar
 
Die Schülerinnen und Schüler des Altenpflegekurses 17 haben im Rahmen des Lernfeldes 4.1
„Berufliches Selbstverständnis entwickeln“ im März 2008 eine Studienfahrt zur „Gedenkstätte für
die Euthanasieopfer im Nationalsozialismus“ nach Hadamar durchgeführt.
Vorher hatten sich die Schülerinnen und Schüler im theoretischen Unterricht intensiv mit der
Geschichte der Pflegeberufe und in diesem Zusammenhang auch mit dem Thema „Krankenpflege
im Nationalsozialismus“ und „Beteiligung der Pflegekräfte an der Euthanasie“ auseinandergesetzt.
Die Schülerinnen und Schüler hatten erkannt, dass für die Entwicklung eines beruflichen
Selbstverständnisses es notwendig ist, sich mit der geschichtlichen Entwicklung und den jeweiligen
unterschiedlichen gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen und ideologischen
Rahmenbedingungen auseinanderzusetzen und wie durch diese die Entwicklung und Ausübung
eines Berufes, hier in unserem Fall die professionelle Pflege / Altenpflege maßgeblich beeinflusst
haben und beeinflussen können.
Ziel ist es, auf wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Strömungen, Werte und Ideologien sensibel zu
reagieren und diese im Hinblick auf ein berufliches Selbstverständnis kritisch zu hinterfragen.
Die Schüler hatten erkannt, wie wichtig es ist, selbstständig und eigenverantwortlich in ihrem Beruf
zu handeln und sich nicht hinter Unterordnung und bedingungslosen Gehorsam zu verstecken, wie
es seinerseits zahlreiche Krankenschwestern und Krankenpfleger zur Zeit des Nationalsozialismus
getan hatten.
Anhand von individuellen Krankengeschichten konnten die Schüler / Schülerinnen die
schrecklichen Geschehnisse der damaligen Zeit eindrucksvoll nachlesen und für sich ein Stück
erfahrbar machen. Durch die „räumliche Nähe“ zu den damaligen schrecklichen Ereignissen
entstand eine tiefe Betroffenheit, da man sich das pflegerische Verhalten, welches doch „das
wohlbefinden der hilfebedürftigen Menschen“ zum Ziel hatte, diametral entgegenstand.
Den Schülern und Schülerinnen wurde bewusst, dass die professionelle Pflege immer auch eine
politische Dimension hatte und hat, die von den Pflegekräften dementsprechend aktiv
mitgestaltet werden sollte. Dies ist heute genauso aktuell wie in der Geschichte.
Auch heute gibt es zahlreiche Themen, bei denen sich Pflegekräfte deshalb„einmischen“ und
kritisch Stellung beziehen sollten. 

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